Lyrik

Du kennst die Tür zu meiner Seele.
Wann kommst du vorbei?
(c) Miriam Gil

Im Allgemeinen ist es trist
Tropische Nächte der Einsamkeit
Blühende Bäume am Rande des Parkes
Depressionen in der Krise
Zahlreiche Probleme
Heiße Luft über aufgeheizten Teerstraßen.
In den Gassen Blindschleichen neben vereinzelten Tauben.
Dann viel Regen.
Vielleicht
Können die Freunde am Rande der Stadt

Die Sterne erblicken.
Vielleicht.

Flirrende unerwartete Kälte

Wintereinbruch im April

Eisblumen und Schnee auf der Mülltonne

Ich sehn mich so nach Sonne! 

In Ruinen schlafen

 

Ja.

Mit Dir wollte ich dies wirklich mal tun.

Um ehrlich zu sein: mit Dir wäre ich eigentlich erst einmal überall hingegangen.

Und nun?

Wie geht`s Dir?

Hast du auch viel zu tun?

Bist du zufrieden?

 

Wart ihr schon im Honeymoon? 

Am Abend wenn man sich tut verzehren

Wenn Stille und Erschöpfung langsam einkehren

In der leeren Wohnung der Trübsinn sich tut vermehren. 

 

Regentropfen klopfen an mein Fenster
Sie trommeln sanft an der Scheibe und ich denke mir,
wie es früher einmal war: güldene Blüten verzauberten die Landschaft und die warmen Sommerabende schienen nicht enden zu wollen.
Der Winter ist fast vorbei und ich träume von einem warmen Gewitter.
Donner und Blitz begleiten mich auf dem Weg nach Hause
Nasse Haare kleben auf meiner Stirn und ich renne in Sandalen
Fast rutsche ich aus und ich stelle mich unter ein Vordach des Nachbarn
Die Blumen verströmen einen starken, süßlichen Duft, die Blüten glitzern in der Feuchtigkeit
Die Insekten verstecken sich vor der Himmelsgewalt
Ich renne nach einer kurzen Pause einfach weiter – mache an keiner Ampel halt.


While you're far away, I puzzle you a little. While you're far away
I miss you
desire you
Feel you and your presence as a breath on my neck. Feel you when I lie down in the evening and take the blanket. And at some point you will get closer. Come closer...

Memory's not life

And it's not love

Zartschmelzende Erinnerungen auf heißem Herz

Reumütige Verkitschung

Der Vergangenheit und unsagbarer Schmerz

Reaktionäre Vergangenheitsbewältigung im Kampf mit der eigenen Verlassenheit

Sterben für den einen Kuss der verlorenen Zeit

(c) Miriam Gil

Did you have a nice view on a roof terrace over the city lights my prince with the dark soul?

What did you see in the shadow of the tenements and skyscrapers?

Did you hear the homeless scream in the dark of the night?

Have you seen young people smoking pot on the roofs and did the tomatoes on the balconies of the small apartments smell like it was summer?

I am so curious about your impressions my intelligent friend with the watchful eyes.

Hope the stinging cold wind has hugged you as if it were me with warm breath and tender

Rostbraune Dächer im Nebel 

Eiskalter Wind pfeift 
Du wärmst meine Hand


(c) Miriam Gil


Grafing Bahnhof 

Goldene Weizenfelder erstrecken sich neben dem Kiesweg
Der Mais steht hoch und Insekten schwirren in schwarzen Wolken über meinem Kopf
Der Spätsommer riecht nach gemähtem Gras und die Blätter erstrahlen tiefgrün
Das griechische Restaurant verströmt seinen Duft bis hinüber zu den Gleisen
Der Bus schleicht gemächlich auf der bröckelnden Teerstraße zwischen den Ortschaften
Keine Straßenlaternen säumen den Weg und die Luft wird abends kalt

(c) Miriam Gil


Auf dem Land

Auf dem Land fahren keine Autos, nur wenige Menschen bald
Ich überquere die Straßen wo ich möchte und laufe durch den Wald
Die Tannen und Laubbäume zeichnen Schattenspiele auf den Kiesweg, 
Ich gehe schneller und bald sind auch die Häuser schon weg
Meine Freunde begleiten mich; unterstützen und erheitern mich
Angekommen am Platz breitet man die Decke aus
Geht erst am Abend wieder heim und ruht sich gemeinsam in der Sonne aus. 

(c) Miriam Gil


Schwarze Wolken der Erinnerung

 

Hier ist keine Liebe - die Leichname der Engel tanzen auf den schwarzen Wolken der Erinnerung.

Sie rauchen Zigarre und wähnen sich ihren Männern nahe -

gefallene Tote auf den Hügeln des Krieges der Welt.

Schwarzer Dunst über den Schreien der Sehnsucht -

Kälte in den Federbetten der Knaben und quälende Angst in den Fratzen der Mädchen.

Am Horizont der Traurigkeit Blicke des Todes -

Raben verschwimmen im Dunkel der Nacht und legen ein Goldstück auf die Schiene der Vergänglichkeit.

Sie laben sich an einem faulen Apfel und erheben sich elegant in den Himmel der Brüder und verlorenen Väter. Und Schwestern singen die Lieder der Liebe und fallen zu Boden der Leidenschaft in Umarmung mit Freunden und Seelen der auf Erden verweilenden Geister.

Frost in der Höhle der Schlange - unerträgliche Hitze in den Bergen der Diamantengräbern.

Stille bei den Liebenden. Sich Küssend und Wiegenden.

Stolze Frauen schreiten den Abgrund hinab - passen die Lanzen der Ungerechtigkeit ab und verschmelzen in ihrem hitzigen Traum mit dem in der blutbefleckten Abendsonne silbern-schimmerndem Meeresschaum.

Sich bekämpfende Völker erstarren vor der Schönheit der Jungfräulichkeit - legen die Waffen nieder und verfallen in besoffene gemeinsame Heiterkeit.

Stolz, Vorurteil und Eitelkeit ertrinken im Rausche der sanft auf dem Boden der Geschichte abgelegten Feigheit - Einigkeit über das Leben - nach Neuem streben.

 

 


Die bunten Fassaden bröckeln neben Starkstromkabeln und Elektrokästen - holprige Kieswege führen auf Kopfsteinpflaster - daneben Löwenzahn, Brennessel. 
Vereinzelt Feldblumen blau und rot. Mohn. 
Viel Futtermais. Dicke Kühe mit strähnigem Haar. 
Chlorschwaden vom Freibad - Graffiti. 
Edelstahl spiegelt sich im blauen Wasser.

                                                                              (c) Miriam Gil


Für Ben

 

Einst ward es so dunkel schon am Tage
Da kam zum alten Baum ein schwarzer Rabe
Er labte sich an faulem Obst
Fand nur im Rausche bisschen Trost
Äpfel, Birnen - Sauerkirschen
Eckes` Likörchen für den schrill röhrend
Hirschen