Liebster Heinrich!
Heute mag mich wieder nichts wirklich erfreuen, ich darbe ohne Dich an meiner Seite.
Oft frage ich mich, wie es Dir wohl ergeht in der Pandemie und im kalten, grauen November.
Mein Herz fühlt sich an als will es zerspringen!
Ich empfinde den unweigerlichen Drang Dir diese Zeilen zu Füßen zu legen und vermisse Dich, alter und treuer Freund. Ich vermisse meine Jugend. Sie ist mir entglitten.
Das älter werden macht mich fertig!
Vielmehr die Tatsache, dass die Lieben um mich älter werden und älter.
Tage voller trauriger Musik am PC, unproduktive zähe Stunden häufen sich in diesem anfänglich kalten, leider langem und viel zu dunklem Winter.
Es ist das Traurigste auf der ganzen Welt Briefe zu schreiben, die man niemals absendet.
Man will die Gedanken und Gefühle doch teilen, braucht ein Gegenüber.